Dienstag, 24. März 2015

„Dass man von der Existenz der Liebe weiß, bedeutet nicht zu lieben.“ (S. 86)

Manuela Brandt: Seelenblau

Die zwanzig Jahre alte Mia ist mit dem acht Jahre älteren Thomas verlobt. In ihrem Leben scheint alles perfekt zu laufen. Doch ist Mia richtig glücklich in ihrem Leben? Langsam merkt sie, dass ihr etwas fehlt. Auch ihre Freundin Lisa bemerkt das und überredet sie zu einem Urlaub in Kanada. In einem abgelegenen Dorf in Kanada lernt Mia nicht nur, dass Menschen und Natur im Einklang leben sollten, sondern auch noch den attraktiven, aber arroganten Jace kennen. Plötzlich ändert sich alles, auch ihre Einstellung zu ihren Gefühlen und sich selbst. Kann Mia zu sich finden und die Gefühle in ihrem Herzen und ihrer Seele ordnen?

Mit „Seelenblau“ von Manuela Brandt begeben wir uns nicht nur auf eine Reise nach Kanada. Wir begleiten auch die Protagonistin Mia auf die Suche nach ihrem Seelenpartner. Denn ein Mensch kann nur dann wirklich glücklich werden, wenn er seinen Seelenpartner, der auch ein Tier sein kann, findet.Manuela Brandt hat dabei einen sehr angenehmen Schreibstil, der es leicht macht, sich in Mia hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen. Als es dann am Ende um Leben und Tod geht, fährt die Autorin mit der Spannung nur so auf. Ich wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr weglegen, denn ich musste umso mehr wissen, wie es endet. Gibt es ein Happy End? Das verrate ich hier an dieser Stelle nicht.
Mia war mir von gleich zu Beginn sympathisch. Sie verhält sich manchmal kindisch, wirkt meist regelrecht fröhlich und wissbegierig, aber auch verunsichert, ob die Verlobung wirklich der richtige Schritt war. Meiner Meinung nach wird aber schnell klar, dass eine Hochzeit mit Thomas keine gute Entscheidung wäre. Sie unterscheiden sich im Endeffekt zu sehr, manchmal wirkt er eher wie ein Vater als wie ihr Verlobter. Sie wohnen beide in seiner Wohnung, die fast komplett weiß eingerichtet ist, er ist auf Erfolg und Arbeit orientiert, will lieber zuhause bleiben statt mal weg zu gehen. Mia ist da das Gegenteil, sie will Spaß, sie will Farbe im Leben und auch in der Wohnung. Vor allem aber würde sie lieber weggehen. Damit war mir Thomas leider etwas unsympathisch.
Als ihre Freundin Lisa sie dann nach Kanada entführt, ist Mia natürlich alles andere als begeistert. Das Dorf ist so abgelegen von allem, was Mia bisher kennt, dass sie zunächst glaubt, sie sei in einer Sekte gelandet. Ein Gefühl, das man völlig nachvollziehen kann. Aber an dieser Stelle kann ich Sie beruhigen! Mia ist in keiner Sekte gelandet, sondern lediglich in einem abgelegenen Dorf in Kanada, an einem Ort, wo Legenden zu Mythen werden und Mythen zu Legenden.
Wir lernen hier Papewas kennen, einen Ureinwohner Nordamerikas, den Häuptling dieser Gemeinschaft, und mit ihm auch seinen Glauben in die Natur. Er ist mir sofort ans Herz gewachsen. Man spürt förmlich durch die Seiten des Buches seine Weisheit hindurch.
Hier macht Mia Bekanntschaft mit Jace, dem arroganten, aber attraktiven Einzelgänger, der ihr zudem noch den Kopf verdreht. Mit Jace hat Manuela Brandt einen sehr vielschichtigen Charakter geschaffen, den man wohl am besten mit „Harte Schale, weicher Kern“ beschreiben könnte. Die meiste Zeit fand ich Jace auch sehr interessant und ich konnte ihn gut leiden, auch wenn er nicht gerade von einem gewinnenden Gemüt ist. Aber es gab auch Momente, wo ich ihn am liebsten auf den Mond geschossen hätte.
Besonders schön fand ich zu jedem Kapitel die stets passenden indianischen Spruchweisheiten. Sie gaben dem Buch noch einmal das gewisse Etwas.

Mit ihrem Debütroman „Seelenblau“ hat Manuela Brandt ein wunderbares Werk hingelegt. Überzeugende Figuren und eine fesselnde Geschichte inmitten der Rocky Mountains machen dieses Buch zu einem wunderbaren Erlebnis! Ich kann „Seelenblau“ nur allen empfehlen, die Geschichten mit Herz mögen.

Bewertung: 5 von 5 Sternen


Ich danke Manuela Brandt für diese tolle Leserunde auf Lovelybooks. Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht!
Mehr Infos zu Manuela Brandt findet ihr auf manuelabrandt.de

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