Samstag, 14. März 2015

Ein Feind zum Verlieben

Bettina Auer: Naminé. Liebe deinen Feind

Quelle: http://bit.ly/1x4iKCj
Als die junge Waldelbin Naminé ihren ermordeten Bruder im Wald vorfindet, schwört sie Rache. Rache an demjenigen, der für seinen Tod verantwortlich ist. So begibt sie sich auf die Reise und findet den Elbenjäger Sias, der sie widerwillig als Schülerin aufnimmt. Mit seiner Hilfe will sie den Mörder ihres Bruders ausfindig machen…

Bettina Auer baut mit ihrem Fantasy-Roman „Naminé. Liebe deinen Feind“ eine interessante Geschichte auf. Ihr Schreibstil ist dabei locker leicht und schnell zu lesen. Die Handlung bleibt zudem stets spannend, Zeit, dass Langeweile aufkommt, gibt es nicht. Ganz süß sind auch die Illustrationen der Hauptfiguren am Anfang, angefertigt von Sabrina Schulz.
Ihre beiden Protagonisten könnte man wohl am besten mit Licht und Schatten beschreiben oder in dem Fall würde sicher auch „Jäger und Gejagte“ passen. Denn Naminé ist, wenn man es genau betrachtet, nun einmal die Beute der Elbenjäger und somit auch die von Sias. Dass sie überhaupt lebend auf Sias trifft, ist wahrscheinlich schon ein kleines Wunder. Auch wenn Naminé jung ist, ist sie dennoch eine Waldelbin. Daher war meine Erwartung wohl, dass sie mit Bedacht vorgehen würde, vielleicht auch nicht ganz so impulsiv ist. Wie dem auch sei, Naminé handelte für meinen Geschmack zu oft zu naiv, zu unbeholfen. Im Grunde zieht sie los ohne einen Plan zu haben, frei nach dem Motto „mal schauen, was so passiert“. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie anfangs gar nicht so recht weiß, was sie machen soll und dennoch hat sie ihren ganz eigenen Willen. Und dieser Wille gibt ihr ihre ganz eigene Stärke und Liebenswürdigkeit. Denn trotz allem weiß sie ganz genau, was sie will: Ihren Bruder rächen. Und dazu muss ihr nun einmal ein Elbenjäger helfen. Das ist Sias, der im Grunde einfach nur als Erster da war. Sias ist jedoch, so hatte ich das Gefühl, im Grunde gar nicht glücklich darüber selbst Elbenjäger zu sein oder sie auszubilden. Sein Charakter war häufig im Zwiespalt, wie er mit der Situation umgehen soll. Dennoch willigt er ein, Naminé auszubilden, denn dies kommt – für den Moment zumindest – auch seinen Plänen ganz recht. Mit ihren weiteren Gefährten, Techi, Raven und Efal, konnte ich mich anfangs nur schwer, oder in manchen Fällen auch gar nicht, anfreunden. Bei Efal habe ich mich sogar ehrlich gefragt, warum er sie so lange begleiten durfte.
Nicht wirklich zugesagt hat mir, dass – so erschien es mir – die Charaktere nur so von Abenteuer zu Abenteuer stolpern. Der eigentliche Beweggrund für Naminé tritt immer wieder in den Hintergrund, es kommt oft zu augenscheinlich unnötigen Geplänkeln und sie reisen scheinbar quer über den ganzen Kontinent. Wobei ich mir teilweise gar nicht sicher war, warum sie in erster Linie dahin sind, aber irgendwie haben sie überall irgendwelche Aufträge bekommen. Erst gegen Ende kann man erkennen, wozu dies alles diente und welcher Unhold hinter diesem perfiden Plan steckt. Um die Spannung jedoch nicht zu nehmen, verrate ich aber nichts Weiteres an dieser Stelle.
Als sehr störend empfand ich allerdings die vielen Grammatikfehler. So musste ich öfters Sätze gedanklich richtig stellen, um überhaupt verstehen zu können, was sie bedeuten sollen. Bei einem Satz war die Quintessenz so gar nicht auszumachen, da er weder grammatikalisch noch inhaltlich zu entziffern war. Eine Sache, die man sicher bereinigen könnte, wenn das Buch nochmal Korrektur gelesen würde.

Alles in allem ein interessanter, kurzweiliger Roman, der für nette und heitere Lesestunden sorgt. Fans von leichter Fantasy-Unterhaltung haben hier sicher ihren Spaß!

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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