Mittwoch, 8. April 2015

Ein Steampunk-Abenteuer

Kirsten Brox: Matamba

Quelle: http://bit.ly/1CdVYod
1870 begibt sich der einbeinige Kriegsveteran Morton Stanley auf eine Expedition nach Afrika um die Quelle des Nils zu finden. Ihn locken unendlicher Reichtum und Ruhm, sollte er sein Ziel als erstes erreichen. Aber auch sein Konkurrent, Prof. Jack Lambert, begibt sich auf die Reise zum Nil und somit auch auf die Suche nach seinen Ahnen. Für beide beginnt ein Abenteuer und es kann am Ende nur einen Sieger geben…

Kirsten Brox entführt uns in „Matamba“ in eine alternative Vergangenheit. Dabei erweckt sie fantastische Steampunk-Technologie zum Leben, wie dem Bibliofon, dem Telektroskop und vieles mehr. Somit wirkt alles trotz des viktorianischen Zeitalters irgendwie futuristisch und ich fand die Beschreibung sehr interessant und es regt die eigene Fantasie an.
 Die Protagonisten hätten unterschiedlicher nicht sein können. Morton Stanley ist Kriegsveteran, der ein Bein verloren hat und nun fortan mit einer Prothese laufen muss. Er hasst die Wilden und alles, was damit verbunden ist. Seinen Hass gegenüber den Afrikanern merkt man ihm in so gut wie jeder Situation an. So sieht er die Wilden auch nicht als Menschen an. Anfangs lernt man Morton in einer Situation kennen, wo man noch Mitleid mit ihm hatte, aber je weiter die Geschichte ihren Lauf nahm, desto mehr Abneigung habe ich gegenüber Morton entwickelt. Für ihn zählen nur der Ruhm und das Geld, was er durch die Expedition erreichen kann.
Jack Lambert stellt sich da als das Komplette Gegenteil dar. Er ist ein schwarzer Psychologie-Professor und wird von seinem Dekan auf diese Expedition geschickt. So hatte ich das Gefühl, dass Jack weniger an dem Ruhm und dem Reichtum durch diese Expedition interessiert ist, sondern für ihn zählt die Neugierde das Unbekannte zu erforschen und vielleicht mehr über seine Ahnen zu erfahren. Jack war ein Charakter, den ich von Anfang an sehr sympathisch fand. Dieser Eindruck blieb auch bestehen. Für mich war Jack mit seiner späteren Weggefährtin Zhinga die gute Seele des Romans und stellte damit einen guten, aber auch notwendigen Gegenpol zu dem Ekelpaket Morton Stanley dar.
Erzählerisch ist „Matamba“ von Kirsten Brox sehr angenehm geschrieben. Mit Liebe zum technischen Detail führt sie alles wunderbar aus und man ist doch schnell in der Geschichte drin. Leider fehlte mir persönlich die Spannung, dennoch kann der Roman zumindest die meiste Zeit unterhalten. Oder wie es in meinem Fall war: Man kann sich die meiste Zeit gut über Morton aufregen. An sich ist die Handlung sehr interessant und man wird erst im Verlauf des Romans erkennen, welche Intrigen sich gegen die beiden verschworen haben. Das Ende des Romans kam für mich dann doch recht schnell. Hier hätte ich mir mehr Ausführungen gewünscht, da noch einige Fragen offen waren, die sich mir während des Lesens stellten. Nichtsdestotrotz kommt der Roman zu einem befriedigenden Abschluss.

„Matamba“ war mein erster Steampunk-Roman. Ich fand den Roman interessant, auch wenn mich Morton meistens ziemlich genervt hat und mir seine Einstellung zutiefst zuwider war. Leider fehlte mir etwas die Spannung, dennoch konnte mich der Roman unterhalten. Freunde des Steampunks mit viel eigener Fantasie können in „Matamba“ eine gute kurzweile Lektüre finden.

Bewertung: 4 von 5 Sternen 


Ich danke Kirsten Brox, dass ich an der Leserunde bei Lovelybooks teilnehmen durfte und für ihre Begleitung der Leserunde. Mein Dank geht auch an den Feder & Schwert Verlag, der dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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