Sonntag, 14. Juni 2015

Anders als erwartet

Robert A. Heinlein: Starship Troopers

Als Ende des 20. Jahrhunderts die Staaten zusammenbrechen, werden sie unter einer Weltregierung, der Terranische Föderation, vereint. Ein Aspekt davon ist, dass man nur noch Vollbürger mit Wahlrecht werden kann, wenn man mindestens zwei Jahre Militärdienst abgeleistet hat. Auch Juan „Johnny“ Rico will Vollbürger werden und meldet sich freiwillig zum Militärdienst, wird als Mobiler Infanterist ausgebildet und nimmt im interstellaren Krieg gegen die Arachniden von Klendathu, den sogenannten „Bugs“, teil.

Da ich den Film „Starship Troopers“ von Paul Verhoeven gesehen hatte, muss ich gestehen, dass meine Erwartungen ein wenig in die Richtung des Films gingen. Allerdings wusste ich, das Buch soll anders als der Film sein. Gut, anders kann vieles sein. Das Buch ist in der Tat anders und einfach um Längen besser als der Film. Das Buch „Starship Troopers“ ist 1959 erstmalig in englischer Sprache erschienen und liegt hier in deutscher Neuübersetzung durch den Mantikore-Verlag vor. Selbst nach über 55 Jahren ist Heinleins „Starship Troopers“ noch überraschend aktuell. 1960 wurde der Roman mit dem Hugo Award in der Kategorie „Best Novel“ (Bester Roman) ausgezeichnet.
Robert A. Heinlein lebte von 1907-1988 und diente selbst von 1925-1934 in der U.S. Navy. Es ist also nicht auszuschließen, dass er einige seiner eigenen Erfahrungen in dem Buch verarbeitet hat.
Wir erfahren im Buch sehr viel über das Gesellschaftssystem, was es mit einem Vollbürger auf sich hat und über das Straf- und Rechtssystem. In der Terranischen Föderation werden Verbrechen und Vergehen konsequent bestraft, wobei die Bestrafung auch körperliche Züchtigung (u.a. öffentliche Auspeitschungen) und die Todesstrafe durch Erhängen einschließt. Erschreckend? So ging es mir zumindest. Auch wenn es immer wieder Moralphilosophie an der Tagesordnung, denn dieses nimmt einen großen Teil des Buches ein, war ich mir nicht so sicher, dass Heinlein das wirklich so sah, oder das eine gewisse Kritik darin mitschwingt. Wie dem auch sei, es veranlasst auf jeden Fall, dass man sich seine eigenen Gedanken dazu macht.
„Starship Troopers“ ist aus der Sicht von Juan „Johnny“ Rico geschrieben. Es gibt immer wieder mal Zeitsprünge bzw. Rückblenden. Mir persönlich hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Man erfährt sehr viel zu Johnny, seiner eigenen Meinung und welche Gedanken er sich macht, oder eben auch nicht macht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er (anfangs) selbst gar nicht so genau wusste, was er so tut. Dennoch entwickelt er sich während seiner Ausbildung im „Camp Currie“ bis zu seinem Aufstieg in die Unteroffiziersränge bis er selbst vollwertiger Offizier wird. Das ist unter anderem auch der Grund, dass es viel militärischen Hintergrund gibt und man sehr viel über die Ausbildung in der Mobilen Infanterie erfährt. Die Ausbildung ist streng, rau und gefährlich, sowie auch der Militärdienst Disziplin erfordert und gefährlich ist, dennoch erhalten wir, wie man es an „Rasczaks Raufbolden“ merkt, im Grunde zwar motivierte, aber militärisch gedrillte Draufgänger, die von der moralischen Richtigkeit ihrer kriegerischen Mission zutiefst überzeugt sind.

Jeden Science Fiction Fan kann ich „Starship Troopers“ nur empfehlen. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, denn es war sehr gute und lohnenswerte klassische Science Fiction. Allerdings war der viele militärische Hintergrund nicht ganz meins, trotzdem sehr unterhaltsam.

Bewertung: 4 von 5 Sternen


Ein ganz liebes Danke geht an den Mantikore Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar für die Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung gestellt hat.

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