Freitag, 7. August 2015

Die Wege des Schicksals sind unergründlich

Juliane Käppler: Summers Lost

Katharina Conelli ist Erbin eines millionenschweren Familienunternehmens. Doch ihr Leben verläuft alles andere als traumhaft. Ihre Mutter ist Alkoholikern und ihr Vater ist besessen von Geld, Macht und Essen. Er tyrannisiert zudem nicht nur seine Angestellten sondern auch Katharina und ihre Mutter. Geprägt durch die zerrütteten Familienverhältnisse, wünscht sie sich nichts sehnlicher als schnellstmöglich die Familie zu verlassen und ihr eigenes Leben zu führen. So sucht sie sich Freunde abseits der wohlhabenden Kreise und freundet sich schließlich mit einer Skaterbande an. Damit sie dazu gehört, soll sie schließlich als Mutprobe ein Auto „borgen“. Katharina tritt die Mutprobe an, doch als sie das Auto gerade klauen will, ist auf einmal der Besitzer neben ihr, ein junger gutaussehender und wohlhabender Kerl. Sie treffen sich schließlich bei einem Wochenendflug ihrer Eltern wieder. Beide verlieben sich schließlich, doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Denn ihre Wege trennen sich aufgrund tragischer Umstände. Fast sieben Jahre später jedoch treffen sie sich auf Teneriffa wieder…

Juliane Käpplers „Summers Lost“ ist ein wunderbar leichte und spannende Sommerlektüre. Die zunächst nach einer Lovestory anmutenden Geschichte verläuft sich zwischendurch in einem Thriller, dennoch überwiegt der Anteil der Liebesgeschichte. Juliane Käpplers Schreibstil empfand ich dabei als sehr angenehm. Sie beschreibt wunderbar die Umgebung und auch die Gefühlsregungen ihrer Protagonisten. Wunderbar beschrieben fand ich auch die Erzählungen der Tauchgänge, was man unter alles Wasser alles sieht und auf welche Gefahren man stoßen kann. Auch wenn ich selbst nicht tauche, so fühlte ich mich doch dem nassen Element sehr verbunden. Stellenweise allerdings empfand ich manche Ausführungen ein klein wenig langatmig.
Auch die Charaktere fand ich sehr interessant und überzeugend. Man sollte meinen, Katharina sollte ein einfaches Leben haben als Tochter einer wohlhabenden Familie. Doch die Umstände, unter denen sie lebt, sind grausam, denn ihr Vater bringt ihr keine Liebe entgegen, ignoriert sie sogar und ihre Mutter kommt mit ihrem eigenen Leben nicht mehr klar. Katharina war auf jeden Fall gleich von Anfang an ein Sympathieträger, wodurch es leicht fiel, sie auf ihren holprigen und dramatischen Lebensweg zu begleiten. Mit Alex braucht man vielleicht einen Moment. Am Anfang mochte ich ihn sehr gerne, als sie sich zuerst begegnet sind. In Teneriffa jedoch war ich mir nicht mehr sicher, ob ihn die Jahre nicht zu sehr verändert hatten, aber auch da konnte ich später wieder das entdecken, was mir anfangs an ihm gefallen hat.

„Summers Lost“ ist eine wunderbar leichte und kurzweilige Sommerlektüre, die neben der dramatischen Handlung aber auch zum Träumen einlädt. Über die weitschweifigen Stellen kann man aufgrund der tollen Beschreibungen der Unterwasserwelt getrost hinwegsehen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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