Sonntag, 14. Januar 2018

Philip K. Dick: Blade Runner [Rezension]

Eine Frage in Sachen Ethik und Technik

Der Film „Blade Runner“, der 1982 in die Kinos kam und unter der Regie von Ridley Scott entstand, beruht auf einem Roman von Philip K. Dick. 1968 stellt Dick sich die Frage in dem Titel seines Romans: „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ Später erschien sein Roman auch unter dem Titel „Blade Runners“. Bei der hier vorliegenden Ausgabe handelt es sich im eine vollständige Neuübersetzung.

Der postapokalyptische Roman spielt im Jahre 1992. Die Erde ist von einem Atomkrieg verwüstet worden, die Menschheit wird angehalten, die Erde mit ihrer verschmutzten Atmosphäre zu verlassen und ein Großteil der Überlebenden besiedeln den Mars. Wer der Erde verlässt, bekommt zum Schutz einen Androiden zugeteilt. Auf der Erde werden diese Androiden allerdings als Bedrohung angesehen und sie dürfen die Erde nicht mehr betreten. Allerdings gibt es doch einige Rückkehrer und sie werden von Kopfgeldjägern gejagt. Einer dieser Kopfgeldjäger ist Rick Deckard.

Vielleicht mag es auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen, einen Zukunftsroman zu lesen, der im Jahr 1992 spielt. Aber als 1968 das Buch erstmals veröffentlicht wurde, spielte die Geschichte in einer 24 Jahre entfernten fiktiven Zukunft. Dennoch hat das Werk nichts an Aktualität verloren. Philip K. Dick schafft es, grundlegende Fragen zum Menschsein aufzuwerfen. Seine Herangehensweise gefiel mir dabei sehr gut, da zumindest in seinem Werk die Grenze zwischen Menschen und biologischen Androiden allmählich verschwimmt. Was macht den Menschen letztendlich zum Mensch? Dieser Frage geht auch der Kopfgeldjäger Rick Deckard nach. Um Mensch von Androiden zu unterscheiden, benutzt Deckard einen Empathie-Test. Doch mit der Zeit kommen auch dem Protagonisten Zweifel daran, ob nicht auch Androiden Empathie empfinden können. Im Großen und Ganzen spielt Empathie bei dieser postapokalyptischen Gesellschaft eine recht große Rolle. So baut die Religion auf ihr auf, der „Mercerismus“. Der Mercerismus benutzt „Einswerdungsboxen“, um mit Wilbur Mercer, einem märtyrerähnlichen Charakter, zusammen auf einen Hügel in einer öden Wüstenlandschaft zu klettern, während er immer wieder von Steinschlägen getroffen wird.
Weiterhin bemisst der Autor Tieren, echten lebenden Tieren, einen hohen Stellenwert. Denn auf der Erde nach dem Atomkrieg gibt es nichts selteneres und kostspieligeres als ein echtes lebendes Haustier. Eins zu besitzen ist wahrer Luxus. Viele Menschen greifen daher auf elektrische Nachbildungen zurück. Auch für Deckard ist die Aussicht, sich ein lebendes Tier leisten zu können, der Antrieb seiner Arbeit.
Als Leser kommt man unweigerlich zu den Fragen, was uns als Mensch definiert, denn es ist nicht die Intelligenz, an denen es Androiden in Dicks Werk mangelt. Welchen Stellenwert sollten wir der Natur (den Tieren und Pflanzen) beimessen? Denn wenn wir die Natur schlecht behandelt, was wird mit ihr geschehen? Die Tatsache ist, dass Tiere/Lebewesen wertvoller sind als wir in einem Wert bemessen können. Und vielleicht lässt dieses Werk uns auch über Religionen reflektieren. Auch wenn die Handlung ziemlich gradlinig erscheint, so bietet sie allerdings eine Hülle an philosophischen Fragen.

Ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, diese Frage mag ich zwar nicht beantworten, dennoch wirft dieses Werk viele philosophische Fragen auf und obwohl „Blade Runner“ 1968 veröffentlicht wurde, verliert Philip K. Dicks Roman nichts an Aktualität. Von mir gibt es auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung!

Bewertung: ★★★★★


Infos zum Buch:

Autor: Philip K. Dick
Titel: Blade Runner. Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
Original: Do Androids Dream of Electric Sheep? (1968)
Verlag: FISCHER Tor
Erscheinungsdatum: 24.08.2017
Science-Fiction/Dystopie, 272 Seiten

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Taschenbuch ISBN: 978-3-596-29770-2
E-Book ISBN: 978-3-10-490304-0

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