Sonntag, 13. Mai 2018

Neal Schusterman: Scythe - Die Hüter des Todes [Rezension]

Wen fürchtest du in einer perfekten Welt?

Scythe - Die Hüter des Todes
In einer Welt, in der Krankheit, Krieg, Armut und Tod besiegt wurden, besteht die einzige Möglichkeit zu sterben darin, von professionellen Scythe willkürlich getötet ("nachgelesen") zu werden. Citra und Rowan sind Teenager, die als Auszubildende vom ehrenwerten Scythe Faraday auserwählt wurden. Doch wünschen weder Citra noch Rowan Scythe zu werden, dennoch müssen sie die Kunst des Tötens lernen und die Notwendigkeit dessen verstehen, was sie tun. Nach Ablauf des Lehrjahrs soll allerdings nur einer der beiden ordiniert werden und zum Scythe aufsteigen. Nach einem Ränkespiel durch den korrupten Scythe Goddard, dass der Gewinner dieses Wettstreits den Verlierer nachlesen soll…

Ein Buch über den Tod? Ein Buch, indem Menschen Sensenmann spielen? Keine leichte Kost, vor allem an sich kein leichtes Thema. So war ich anfangs auch hin- und hergerissen, wie ich diese Idee einsortieren sollte. Doch nach nur kurzer Zeit schaffte es das Buch, mich in seinen Bann zu ziehen. Der Tod als solcher in einer perfekten Welt, in der man nicht sterben kann, ist sehr seltsam. Menschen, die alt werden, lassen sich auf ein jüngeres Alter resetten. „Über den Berg kommen“ nennt es sich. So sind auch viele Menschen bereits mehr als nur einmal über den Berg gekommen. Ewig leben? Der Traum vieler Menschen. Doch wenn niemand mehr stirbt, was tun gegen die Überbevölkerung? Darum wurde das Scythetum geboren. Die Scythe lesen Menschen nach, willkürlich, aber dennoch Gesetzen unterworfen. Die Nachlese wird barmherzig und gefühlvoll geschildert, aber auch in all ihrer Grausamkeit. Schnell wird klar, hier geht es um wesentlich mehr als nur den Tod, es geht auch um das Scythetum, die sich in die alte Garde und die neue Ordnung spaltet. Wir lernen die Scythelehrlinge Citra und Rowan kennen, und zumindest von einem wissen wir, dass sich ihr/sein Leben in Gefahr befindet. Doch auch das Scythetum ist nicht perfekt, denn auch in ihm lauert die Korruption. Die Spannung im Verlauf der Geschichte steigert sich gefühlt ins Unermessliche bis zum Showdown am Ende.
Gelesen wird von Torsten Michaelis, u. a. der deutschen Stimme von Sean Bean, Wesley Snipes oder Benicio del Toro. Michaelis schafft es, den Hörer mitzunehmen, zu fesseln und der eh schon spannenden Geschichte einen zusätzlichen Kick zu geben. Hervorragend gelöst wurde bei dem Hörbuch, dass die Scythe ihre Tagebucheinträge „selbst vorlesen“. Ilka Teichmüller, Marie-Isabel Walke, Elias Emken, Marian Funk, Dirk Kauffels, Peter Lontzek und Uve Teschner leihen den Scythe dafür ihre Stimme.

Eine unglaubliche Geschichte, die absolut fesselnd ist und einen nicht mehr loslässt. Wunderbar vorgelesen von Torsten Michaelis. Für mich ein gelungen und grandioses Hörbuch.

Bewertung: ★★★★★

Infos zum Buch:

Autor: Neal Schusterman
Titel: Scythe - Die Hüter des Todes (Scythe #1)
Originaltitel: Scythe (Arc of a Scythe #1)
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erscheinungsdatum: 21.09.2017
Jugendbuch / Dystopie, 528 Seiten

Ausgaben:
ISBN: 978-3-7373-5506-3 (Hardcover)
ISBN: 978-3-7336-5015-5 (E-Book)

Hörbuch erschienen im Argon Verlag
Spielzeit:
12 Stunden, 11 Minuten (ungekürzte Lesung)
9 Stunden, 6 Minuten (gekürtze Lesung)

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